Eine logische Behandlungsform bei ADHS und Lernstörungen!

Viele Eltern und auch erwachsene Betroffene suchen nach Alternativen zu der meist üblichen pharmakologischen Therapie mit Methylphenidat. Manche Kritiker der herkömmlichen Psychopharmakatherapie stellen Persönlichkeitsveränderung der Kinder während der Therapie fest und fürchten Langzeitschäden, da die Folgen einer Langzeiteinnahme noch nicht hinreichend erforscht sind.


Auf der Suche nach Alternativen wird man zwangsläufig auch mit dem Thema Mikronährstofftherapie konfrontiert. Es gibt tatsächlich verschiedene Hinweise aus Studien, die belegen, dass Mikronährstoffdefizite das Auftreten und den Schweregrad der ADHS-Symptomatik beeinflussen können. Durch eine gezielte Zufuhr geeigneter Mikronährstoffe kann bei zusätzlicher Ernährungsumstellung und anderen therapeutischen Maßnahmen in vielen Fällen eine Verbesserung der ADHS-Symptomatik erreicht werden.

Allerdings sind zum Thema ADS/ ADHS und Mikronährstoffe nur wenige Studien bekannt, so dass die Wirksamkeit von Mikronährstoffen bei dieser Erkrankung häufig als nicht ausreichend belegt abgetan wird. Richtig ist, dass es weder einen ADS-spezifischen Mikronährstoffmangel noch den Mikronährstoff gibt, der bei entsprechender Supplementierung unbedingt helfen muss. Aber wenngleich die Effekte von Mikronährstoffen bezüglich ADHS noch nicht abschließend erforscht sind, liegen weltweit doch viele positive Forschungsergebnisse über die Gabe bestimmter Mikronährstoffe in Bezug auf Unruhe, zappliges unkontrolliertes Verhalten, Aggressivität, Lernstörung, Verschlossenheit, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisschwäche etc. vor, die ja wesentliche Aspekte einer ADS bzw. ADHS sind. Folglich ist eine Mikronährstofftherapie nicht nur einen Versuch wert, sondern kann die Lebensqualität des Kindes erheblich verbessern.

Die Wirkung bestimmter Mikronährstoffe beruht insbesondere
auf einer positiven Beeinflussung des Neurotransmitterhaushalts,
des Energiestoffwechsels und auf der Funktion als Baumaterial für das Gehirn.


Das Gehirn ist sehr komplex aufgebaut. Für jeden Vorgang im Gehirn, sei es Lernen, Verarbeitung von Emotionen, Stimmungen etc., laufen unzählige Verschaltungen und Stoffwechselreaktionen ab. Bestimmte Botenstoffe werden ausgeschüttet, Signale an Synapsen weitergeleitet usw. Dafür hat der Stoffwechsel einen hohen Mikronährstoff- und Energiebedarf.

Bei ADHS wird seitens der Wissenschaft von einer Störung des Neurotransmitterhaushalts ausgegangen, die zu einer verminderten Funktion einiger Hirnregionen führt und für die Steuerung und Dämpfung des Reizflusses verantwortlich ist. Das heißt, entsprechende Reize können nicht mehr richtig verarbeitet werden, was sich dann z.B. in Hyperaktivität, in Gedächtnisstörung etc. äußert. Bei der herkömmlichen Psychopharmakatherapie steht die Veränderung des dopaminergen Systems im Vordergrund. In geringem Maße sorgt Methylphenidat zwar für die Freisetzung von Katecholaminen, die große Erhöhung der Dopaminkonzentration wird aber in erster Linie durch Wiederaufnahmehemmung erreicht.

Daraus folgt, dass mit der herkömmlichen Psychopharmakatherapie bei ADS/ ADHS der Neurotransmitterhaushalt in der Regel nur „einspurig“ beeinflusst wird – im Gegensatz zu einer richtig durchgeführten Mikronährstofftherapie: Letztere vermag das Gleichgewicht aller Neurotransmitter zu regulieren. Generell sind für die Hirnleistung, für die Stimmung etc. noch weitere Botenstoffe wichtig, wie z.B. Acetylcholin, Serotonin, Noradrenalin oder Gamma-amino-Buttersäure (GABA). Bestimmte Aminosäuren, wie z.B. Tyrosin, Tryptophan, Taurin oder Glutamin, sind Vorläufersubstanzen für Botenstoffe; andere Aminosäuren, wie z.B. Glutaminsäure oder Glycin, fungieren auch eigenständig als Signalstoffe. Für die Bildung bestimmter Neurotransmitter werden auch noch weitere wichtige Stoffe wie Vitamine, Enyzme und Mineralstoffe benötigt. Stehen dem Stoffwechsel nur einige wenige Bausteine unzureichend zur Verfügung, kann es unweigerlich zu einer Störung in der Reizweiterleitung oder zu einer verminderten Synthese einiger Neurotransmitter kommen. Mikronährstoffe sind also Teil der Biochemie des Hirnstoffwechsels, und ein Mangel kann eine Beeinträchtigung bewirken, die sich dann in Hirnleistungsstörungen und einem gestörten Verhalten äußern kann.

Das Gehirn als ein sehr stoffwechselaktives Organ ist auf eine ausreichende Energieversorgung angewiesen. Ein Erwachsener verbraucht ca. 20 Prozent seiner zugeführten Energie. Im Gehirn laufen alle Sinneseindrücke zusammen. Hier ist der Sitz des Gedächtnisses, des Bewusstseins und aller geistigen und seelischen Leistungen. Damit dieses komplexe Schaltwerk funktioniert, brauchen die Gehirnzellen viel Energie. Bestimmte B-Vitamine, Vitamin C, Biotin, Carnitin und weitere Mikronährstoffe sind nachweislich am Kohlenhydrat- und Energiestoffwechsel beteiligt. Bei einem Mangel kann der Energiestoffwechsel gestört sein, was sich dann z.B. in Lustlosigkeit, Müdigkeit oder Apathie äußert , wie es bei vielen ADS-Patienten der Fall ist.


Eine richtig durchgeführte Mikronährstofftherapie
ist nichts anderes als angewandte Biochemie.
Richtig angewandt heißt, dass genau die Mikronährstoffe wie Vitamine,
Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren und Fettsäuren
genau in der Menge gegeben werden, wie sie der Stoffwechsel braucht.


Dieser gezielten Therapie geht immer eine Blutanalyse voraus.
Eine solche Vorgehensweise einer richtig dosierten Therapie íst eine sanfte Therapie, die mit oder ohne ADHS-Diagnose durchgeführt werden kann und in der Regel einen leistungssteigernden und gesundheitspräventiven Effekt hat.

 

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