Hirnentwicklung 350Der Stoffwechsel ist auf eine ausreichende Verfügbarkeit an Mikronährstoffen, zu denen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren und Fettsäuren gehören, angewiesen. Besonderes anfällig gegenüber Mikronährstoffmängeln ist der heranwachsende Organismus.  Mikronährstoffmängel ab der Zeugung bis Ende des zweiten Lebensjahres  können zu schwerwiegenden Entwicklungsstörungen führen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können.



Mikronährstoffmängel machen „dumm“.

Die Entwicklung des Gehirns ist während des letzten Drittels der Schwangerschaft bis zum Ende des zweiten Lebensjahres besonders ausgeprägt. Während dieser Zeit entwickeln sich Dendriten und Synapsen. Fehlen dann entsprechende Mikronährstoffe, die für die Entwicklung erforderlich sind, wie z. B. Eisen, Vitamin B12, Vitamin D, Jod oder andere, kommt es zu einer Störung der Hirnentwicklung. Kognitive Defizite, die das gesamte Leben anhalten, können die Folge sein.



Das Gehirn entwickelt sich bis ins frühe Erwachsenenalter. Insbesondere das Frontalhirn hat eine längere Entwicklungszeit. Das Fontalhirn ist u. a. zuständig für Persönlichkeit, Emotionen, Steuerung von Bewegungen und kognitive Prozesse.


Mikronährstoffmängel bei Kindern und Jugendlichen

Jetzt könnte man meinen, in Deutschland gäbe es aufgrund des Nahrungsangebotes keine Mikronährstoffmängel. Dem ist leider nicht so. Wie die Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie II von 2008 zeigen, liegen insbesondere bei den Heranwachsenden enorme Mikronährstoffmängel vor:
 

  •  90 Prozent der Jugendlichen erreichen nicht die Zufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bei Vitamin D.
  • Jeder fünfte Jugendliche hat zu wenig Vitamin B1 und B2.
  • 70 Prozent der Jugendlichen ist mit Folsäure unterversorgt.
  • 33 Prozent der weiblichen Jugendlichen fehlt Vitamin B12,
  • 30 Prozent der Jugendlichen sind mit Vitamin C unterversorgt.
  • Die Zinkaufnahme ist bei 30 Prozent der Jugendlichen zu gering
  • Bezüglich der Eisenversorgung haben sage und schreibe 76 Prozent der weiblichen Jugendlichen einen Mangel.


Wie einzelne Mikronährstoffe auf die Hirnentwicklung wirken, wurde in dem Fachartikel „Mikronährstoffe für Hirnentwicklung und Hirnleistungsfähigkeit bei Kindern“ auf der Seite vom Diagnostischen Centrum eindrucksvoll beschrieben.

Auf der Homepage wird auch eine Mikronähstoffdiagnostik angeboten, der DCMS-Neuro-Check, um den Mikronährstoffstatus einmal testen zu lassen.


Fazit:

Ein Mangel an Mikronährstoffen in jungen Jahren, der die Hirnentwicklung mit bleibenden Schäden verursacht, ist unnötig und verantwortungslos.
Nicht reparable Hirnleistungsstörungen aufgrund einer Mikronährstoffmangelversorgung in der Kindheit beeinträchtigen die Betreffenden das Leben lang nachhaltig. Ein derartiges Verschulden von Seiten der Erziehungsberechtigten sollte eigentlich als Körperverletzung eingestuft werden.

Neben einer ausgewogenen gesunden Ernährung ist es auch sinnvoll, von Zeit zu Zeit den Mikronährstoffstatus der Kinder und Jugendlichen anhand einer Mikronährstoffanalyse untersuchen zu lassen und dann gegebenenfalls fehlende Mikronährstoffe zu supplementieren.

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